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EIN ÜBERBLICK ZU AUSSTELLUNGEN UND PUBLIKATIONEN SEIT 1995

Die Ausstellung "Im Licht Durchs Licht Zum Licht. Hermann Krone. Photograph (1827 - 1916)" fand von Juni bis August 1998 in den Räumen des Albertinums an der Brühlschen Terrasse in Dresden statt. Veranstalter waren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden/ Kupferstich-Kabinett und die Technische Universität Dresden. Die Basis für diese Ausstellung war durch jahrelange Vorarbeiten geschaffen worden, die u. a. darauf abzielten, sämtliche in öffentlichen und privaten Sammlungen und Archiven erreichbaren Photographien Hermann Krones zu erfassen und damit sein Lebenswerk in seiner gesamten Dimension zu rekonstruieren. In der Krone-Sammlung war eine Datenbank erarbeitet worden, die die Primärdaten der Lehrtafeln und der Negativsammlung an der TU sowie allen weiteren wichtigen Sammlungen enthält und mit digitalisierten Reproduktionen verknüpft ist (sie enthält insgesamt ca. 5 500 Datensätze und steht in der Sammlung jedem Nutzer zur Verfügung).
Im Vorfeld hatte sich ein Expertengremium auch mit der Frage der Restaurierung des im IAPP aufbewahrten "Historischen Lehrmuseums für Photographie" befaßt und Vorschläge erarbeitet. Das Konzept wurde schließlich durch angehende Photorestauratoren im Rahmen von Praktika umgesetzt.

Die Ausstellung selbst hatte – gemessen an den Besucherzahlen des Albertinums - einen enormen öffentlichen Erfolg. Mit Leihgaben beteiligt waren, neben der Skulpturensammlung und dem Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Krone-Sammlung der TU Dresden, das Deutsche Museum München, das Museum Ludwig/ Agfa Photo-Historama Köln, das Muzeum Narodowe we Wroclawiu (Breslau), das Stadtmuseum Dresden und das Stadtmuseum Pirna.

Damit waren die über verschiedene Sammlungen verstreuten Arbeiten Hermann Krones zum ersten Mal überhaupt zusammenhängend zu sehen. Das Historische Lehrmuseum bildete mit 45 Tafeln den Hauptteil der Ausstellung. Weitere 70 Lehrtafeln wurden durch Diaprojektion gezeigt. Es folgten Aufnahmen nach Modellen aus der Skulpturensammlung und Kunstreproduktionen.
Einem wichtigen Arbeitsbereich Krones, der Landschaftsphotographie, war ein weiterer Bereich gewidmet. Serien mit "Malerischen Reisebildern" und topographischen Städteansichten sowie Architekturaufnahmen schlossen sich an. Porträts von Bürgern, Wissenschaftlern und Künstlern Dresdens, auch Bildnisse von Krone selbst und mit seiner Familie waren abschließend zu sehen. Mit diesem motivischen und inhaltlichen Bogen war ein großer Teil des Anwendungsspektrums der Photographie im 19. Jahrhundert umschrieben.

Um den Bezug zu aktuellen Prozessen in der Bildwahrnehmung und - verarbeitung herauszustellen, hatten die Veranstalter - Wolfgang Hesse und Dr. Hans-Ulrich Lehmann vom Kupferstich-Kabinett Dresden als verantwortliche Kuratoren - auch moderne Präsentationsformen eingefügt. Als Hinweis auf die sich rasant entwickelnden modernen Bildmedien war im Foyer die Videoinstallation "HomoGen" von Frank Voigt eingefügt worden. Die Irritation, die die neuen Bildmedien hinsichtlich der Authentizität und Einzigartigkeit des personalen Bildnisses auslösen, wurde durch die Künstlergruppe K. H. Wagner mit ihrem digitalen Porträt - Photostudio thematisiert. Außerdem konnten die Besucher eine erste Version der von Andreas Heine und Raimund Jentsch entwickelten Multimedia-CD "Photographie.Hermann Krone" kennenlernen.
Der eigentliche Ertrag des ganzen Unternehmens waren die begleitenden Veranstaltungen und Publikationen. Im zeitlichen Vorfeld fand die international besetzte Fachtagung "Farbfehler! Gegen das Verschwinden der Farbfotografien" statt (gleichnamiger Tagungsband) und wurde von der Lichtdruckwerkstatt im Druckhaus Dresden eine Edition hochwertiger Reproduktionen nach Photographien aus der Krone-Sammlung herausgegeben. Im August 1998 fand die Uraufführung der filmischen Dokumentation: "Mit Licht malen" von Ernst Hirsch und Manfred Gußmann statt, die an verschiedenen Schauplätzen - in Dresden und Umgebung, in Leipzig und in Wroclaw (Breslau) gedreht worden war und Leben und Werk Hermann Krones schildert.

Die Tagung "Der Photopionier Hermann Krone. Photographie und Apparatur. Bildkultur und Phototechnik im 19. Jahrhundert" stellte die Ausstellung in den weitgespannten Zusammenhang der Entwicklung der industriellen Bildproduktion im 19. Jahrhundert.
Veranstalter waren das Kupferstich-Kabinett, die Zeitschrift "Fotogeschichte", Marburg, die TU Dresden (IAPP) sowie die Sektion Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).
Anstelle eines Ausstellungskataloges erschien der Bildband "Hermann Krone. Historisches Lehrmuseum für Photographie. Experiment. Kunst. Massenmedium", in dem alle erhaltenen Lehrtafeln sowie die Rahmen mit Daguerreotypien abgedruckt worden sind.

Die zweite Station der Ausstellung führte nach Wroclaw, dem ehemaligen Breslau, wo Krone aufgewachsen war und einen Teil seiner Studien absolviert hatte. Die Ausstellung war, den örtlichen Gegebenheiten am "Muzeum Narodowe we Wroclawiu" entsprechend, im Umfang reduziert worden. Den Hauptteil bestritt wiederum die Krone - Sammlung des IAPP mit dem Historischen Lehrmuseum, weitere Leihgeber waren das Stadtmuseum Dresden, das Stadtmuseum Pirna und das Kupferstich-Kabinett Dresden. Von März bis Mai 1999 war Krones Werk dort zu sehen, wo es einst seinen Anfang genommen hatte. Wenngleich die Ausstellung in Wroclaw nicht den enormen Zulauf hatte wie ihr Vorgänger, war sie, gemessen an den Vergleichszahlen, doch außergewöhnlich gut besucht.

Die Ausstellung "Hermann Krone. Ein Pionier der Photographie" im Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg schloß sich an. Sie wurde in Kooperation mit dem Regensburger Museum erarbeitet und war dort im April und Mai 2000 zu sehen. Präsentiert wurden im großen Ausstellungssaal 45 Tafeln des Historischen Lehrmuseums, sowie weitere 4 Tafeln im Graphiksaal. Die Ausstellung zeigte aus dem Bestand der Krone - Sammlung außerdem alle erhaltenen 10 Daguerreotypietableaux. Leihgaben hatten auch das Stadtmuseum Pirna (Stereokarten und Landschaftsansichten), das Museum Ludwig/ Agfa Photo-Historama (Porträts, Photographien des "Koenigs-Album" von 1872) sowie das Deutsche Museum München beigesteuert. Die Besucher konnten zur Ergänzung der Ausstellung die inzwischen in einer wesentlich erweiterten Form vorliegende multimediale Krone-CD nutzen und die nicht im Original gezeigten Lehrtafeln mittels einer Diaprojektion betrachten. Durch eine einfache Sehhilfe war es möglich, die Stereobilder räumlich zu erleben. Wie in Dresden wurde auch die filmische Dokumentation gesondert vorgeführt. Die Ausstellung fand eine gute Resonanz, die Besucherzahl war der Größe des Ortes und dem hier nicht vorhandenen biographischen Bezug entsprechend geringer.

Die Arbeit mit und an der Krone-Sammlung ist seitdem vor allem in Form von Kooperationen, Projektbeteiligungen und anderen Formen der Publikation vollzogen worden. Da die bleibende Erhaltung der Originale durch klimatisierte Aufbewahrung und konservatorische Betreuung gesichert werden konnte, wird die Präsentation in Ausstellungen auch weiterhin möglich sein.