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Luther und das WPI

 

Robert Luther wurde aufgrund der jahrzehntelangen Vorarbeit durch Hermann Krone, der finanziellen Unterstützung und Förderung durch die Fotoindustrie und nicht zuletzt durch die weitsichtige Entscheidung des Ministeriums, die Freiheit der Wissenschaft zu wahren und sich nicht in Abhängigkeiten zu begeben, erster Direktor des WPI. Mit der Berufung Luthers hatte das Ministerium in vielerlei Hinsicht einen außerordentlich glücklichen Griff getan. Luther gelang es in der Folgezeit, an der Technischen Hochschule Dresden eine wissenschaftliche Schule der Fotografie aufzubauen, die sich über die Landesgrenzen hinaus großer Wertschätzung erfreute.

Luther suchte, über Krones Ambitionen hinausgehend, theoretischen Zugang zur Fotografie als speziellem Lehr- und Forschungsgegenstand. Luthers Forschungsmethode bestand, zusammengefasst, in der harmonischen Mischung von theoretischen Grundlagen, neuen experimentellen Wegen, direkter Praxisbezogenheit und frischen Erfindergeist. Damit markierte er einen neuen Wissenschaftlertyp, welcher auf die Anforderungen der technisch-industriellen Moderne ausgerichtet war. Die Ostwald-Luther-Schule zählte seinerzeit zur wissenschaftlichen Avantgarde von europäischem Rang. Luthers Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit schuf ein geradezu international zu nennendes Klima am Institut. Zeitweise wurden 11 Sprachen gesprochen. Als Lehrer war Luther unbequem, als Wissenschaftler rastlos. Ein komplexes Wissenschaftsverständnis und die überbordende Geistesbildung markierten den hohen intellektuellen Rang seiner Vortragsweise.

Luther vertrat am Institut als Chemiker die Grundlagen und Methoden fotografischer Prozesse, darunter auch die der Farbenlehre, Sensitometrie und Stereoskopie, während Goldbergs Spektrum vom Aufbau des fotografischen Bildes (Auflösungsvermögen) und den Grundlagen der Projektionstechnik bis zu den höchst praxisnahen Problemen der Sensitometrie, Mikrofotografie und Kamerakonstruktion reichte und solche High-Tech Bereiche wie Fernsehen, Tonfilm, Informationserfassung und –bearbeitung mit einschloss.
 

(u.a. Auszug aus "Von der Photographie zur Photophysik:100 Jahre Wissenschaftlich-Photografisches Institut 1908-2008" von Klaus Mauersberger, ISBN: 978-3-86780-0)

 
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